Besticktes Sieb mit Sukkulenten bepflanzt

Upcycling: Blumenstickereien auf rostigem Sieb

Ein kleines Balkon-Projekt für Stickanfänger:innen.

Besticktes Sieb – Deko für den Balkon mit Sukkulenten bepflanzt
Bepflanzt oder nicht – das rostige Sieb ergänzt meine alte Holzpalette perfekt.

Was man nicht so alles findet, wenn man wegen der Schildkröten-Gehege-Erweiterung im Garten jahrzehntealten Plunder umräumt. Ein rostiges, siebähnliches Ding zum Beispiel. Das schreit ja förmlich nach basteln. Auf pinterest hatte ich schon einmal über bestickte Küchensiebe gescrollt – da waren es natürlich perfekt gestickte Rosen aus hunderten Stichen. Für so etwas habe ich keine Geduld und, welch Glück, auch nicht das richtige Sieb. Denn das Drahtgitter ist im Falle meines Fundes schon ziemlich schief und verbogen. Einen sauberen Kreuzstich konnte ich somit bei der Umsetzung ausschließen. Also habe ich mir weiter diverse Blumen-Stickereien angekuckt und habe am Ende einfach etwas herum probiert, bis mir das Ergebnis gefallen hat. Vielleicht gräbst du ja auch einmal den passenden Seiher aus oder wirst auf dem nächsten Flohmarkt fündig.

In diesem Fall, habe ich für dich:

Eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Blumenstick und Tipps zur Siebbepflanzung von einer mit einem eher bräunlichen Daumen

Material:

  • Küchensieb oder ähnliches Gitter
  • Garnreste in verschiedenen Farben
  • Stopfnadel
  • Schere
  • Hasengitter und/oder Draht
  • kleine Zange
  • Moos und Erde
  • verschiedene Hauswurz-Pflanzen

Der Stick – rosa Margeriten und blau/grüne Blätter

Die Blüten:

Die Margeriten habe ich in hellem Rosa gestickt. Jede Blume sieht etwas anders aus, hat unterschiedlich viele Blüten und kommt mal mehr, mal weniger krumm daher.

Margeriten sticken: Der Faden wird zuerst von hinten nach vorne gestochen
Überlege dir, wo die Mitte deiner ersten Blüte sein soll und führe dann den Faden an dieser Stelle von hinten nach vorne durch ein Siebloch.
Margeriten sticken: Beim zweiten Stich wird eine Schlaufe gebildet, die das erste Blütenblatt bildet
Stich dann durch das gleiche Loch wieder nach hinten. Die dadurch entstehende Schlaufe lässt du so groß, wie du das Blütenblatt gerne hättest.
Margerite sticken: Mit einem Stich an der Blütenspitze wird die Blüten fixiert
Nun stichst du mit der Nadel an der Stelle nach vorne, wo deine Blütenspitze fixiert werden soll.
Margerite sticken: Mit einem kleinen Stich nach hinten ist die erste Blüte fertig
Mit einem weiteren Stich nach hinten, knapp neben dem 3. Stich, sitz das erste Blatt fest.
Das erste Blütenblatt der Margerite ist fertig, weiter geht's mit Blatt 2 - 6
Nun stichst du wieder in das Loch vom Anfang ein, fährst wie zuvor fort und arbeitest so viele Blütenblätter bis der Kreis geschlossen ist.
Eine Margerite nach der anderen wird hier aufgestickt.
Sind alle Blätter fertig, suchst du dir die nächste Blütenbasis und stickst weiter. Den Faden brauchst du dafür gar nicht abschneiden oder vernähen, der fällt später nicht weiter auf.

Die Knospen:

Aus Gründen der Abwechslung habe ich an den Seiten zwei geschlossene Blüten befestigt. Diese bestehen einfach aus mehreren Schlaufen, die dann festgestickt werden.

Eine Knospe aus vielen Schlaufen sticken
Arbeite eine Reihe Schlaufen, wie du es bei den ganzen Blüten im zweiten Schritt gemacht hast. Wenn ein einzelnes Loch im Sieb dafür zu eng wird, stickst du die restlichen Schlaufen in ein diagonal anschließendes Loch.
Die gestickte Knospe wird fixiert
Indem du dann rechts und links knapp neben den Schlaufen hin- und herstichst, hält die Knospe fest. Wiederhole das zwei- bis dreimal.
Der Faden für die Blütenknospe wird festgezurrt
Zieh die fixierenden Stiche gut fest und schon ist die Blütenknospe fertig.

Der Blütenstempel:

Mit gelbem Garn werden dicke Knötchen in die Mitte der Margeriten gearbeitet. Bei den kleinsten Blüten habe ich nur ein kleines Kreuz in die Mitte gestickt.

Für den Blütenstempel wird zu Beginn wieder eine Schlaufe gearbeitet
Arbeite eine Schlaufe um das Blütenzentrum und hole die Nadel anschließend wieder nach vorne.
Der Faden wird mehrmals um die Schlinge gewickelt
Wickel die Nadel ein paarmal um die Schlaufe.
Der Knoten wird festgezogen
Zieh die Nadel aus der Schlaufe, zurre alles fest bis ein dicker Knubbel entstanden ist. Bring die Nadel dann wieder nach hinten für den nächsten Blütenstempel.

Die Blätter und der ganze Rest:

Die grünen und blauen Blätter zwischen den Blüten habe ich ziemlich planlos gestickt. Allerdings habe ich versucht ein paar Verzweigungen genau dort zu platzieren, wo die rosa und gelben Fäden von Stempel und Blüten durchscheinen. Am gleichmäßigsten wurden die Blätter, wenn ich wie folgt gearbeitet habe:

Die ersten zwei Stiche des Blatts stehen an der Blattaussenseite
Das Blatt soll hier am Ende aus sechs Stichen bestehen. Die ersten zwei sollten ungefähr so aussehen und bestimmen die Breite des Blattes.
Stich 3 und 4 des Blattes werden weiter innen gestickt
Die nächsten beiden Stiche werden innerhalb der ersten beiden gearbeitet.
Das fertig gestickte Blatt.
Zuletzt wird das Blatt „geschlossen“, indem du es mit zwei weiteren Stichen ausfüllst.
Detailansicht zur gestickten Blütenknospe
Die Blütenknospen werden locker mit ein paar Stichen in Grün umschlossen

Fast fertig bestickt…

Gestickte Blätter in grün und blau
Um mehr Struktur in das Gesamtbild zu bringen, nimmst du für die Blätter am besten zwei verschiedene Farben.
Fertig bestickter Sieb mit Blumen und bunten Blättern
Irgendwie fehlte mir noch etwas Farbe, deswegen habe ich drei Blütenstempel rot umrandet.

Das Sieb sähe nun ja schon ohne Pflänzchen ganz dekorativ aus. Damit es aber auch regelmäßig die verdiente Aufmerksamkeit beim Gießen bekommt, habe ich ein paar Sukkulenten aus dem Garten gezupft – von denen weiß ich immerhin schon, dass sie recht robust sind.

Wie die Pflanzen am besten befestigt werden können, ist natürlich bei jeder Siebform anders. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einem klassisch-runden Sieb einfacher funktioniert.

…Und wie ich das Sieb bepflanzt bekommen habe, kannst du dir nun an dieser Stelle ansehen:

Hasendraht wird um den Sieb geklemmt
Zuerst habe ich ein Stück Hasendraht zurecht geschnitten und versucht so gut wie möglich die Kanten um den Siebrand zu biegen.
Der Hasendraht wird zusätzlich mit Gartendraht fixiert
Damit das Gitter nicht nach unten rutscht, habe ich es zusätzlich mit etwas Pflanzendraht an der Oberkante befestigt.
Das Gitter wird mit Moos und Grasnarbe befüllt
Die Füllung besteht hauptsächlich aus Moos und der Erde, die daran noch hing.

Danach habe ich nur noch ein paar Hauswurz-Pflanzen zusammengesucht und durch das Gitter gefädelt. Mit Hilfe einer Schere habe ich die Wurzeln in die Moosschicht gedrückt. Dann habe ich das Ganze vorsichtig gewässert und im liegen antrocknen lassen.

Nun hängt mein Bastelprojekt auf dem Balkon und wird ab und an besprüht oder sparsam mit der Gießkanne gegossen. Mal sehen wie das Gewächs langfristig bei mir durchkommt. Sukkulenten mögen die direkte Sonne und die kann ich nur selten bieten ohne dass das Sieb vom nächsten Regenschauer ausgeschwemmt wird.

Also – alten, rostigen Krempel nie einfach wegwerfen. Im Garten oder auf dem Balkon finden sie vielleicht noch ihren Platz.
Sonnige Grüße, Unterschrift Caro

Teile diesen Artikel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.