Leben: Wie ich unnötigen Balast loswerden möchte

Eliminieren statt organisieren

Eliminieren statt organisieren. Ein Blogpost über den Wunsch nach mehr Minimalismus.

Ich bin im Moment so sehr von meinen Besitztümern genervt, dass ich am liebsten das Auto vollpacken würde und ab damit zum nächsten Wertstoffhof. Leider kann ich auch nicht’s wegwerfen weil das so gar nicht meinen Vorstellungen von einem nachhaltigen Leben entspricht. Außerdem haben Basteltanten wie ich ja immer den Gedanken „Upcyceln, da kann man doch bestimmt noch was mit machen!“. Minimalismus-Profis predigen, einfach loszulassen. In unserer Gesellschaft könne man das meiste jederzeit einfach wiederbeschaffen. Aufschrei meines inneren Geizhalses: Wenn ich es nie weggebe, muss ich auch nicht noch einmal Geld dafür ausgeben.

Aber angesichts der Tatsache, dass ich zur Zeit so von meinem Alltagsgerümpel gerädert werde, steigt der Wunsch nach Einfachheit. Also möchte ich in den nächsten Wochen mit offenen Augen durch meine Wohnung gehen und einfach mal genau überlegen:

  • Wann hab ich das zuletzt/überhaupt schon einmal benutzt?
  • Werde ich das wieder brauchen?
  • Kann ein Anderer mehr damit anfangen?

…um dann eiskalt auszusortieren.

Was ich mir vom Aussortieren erhoffe

Mich zieht der Überschuss gerade so nach unten, dass ich oft wie gelähmt im Bett liege und den Tag vertrödle.

  • Seelenfrieden. Oh ja, ich denke, dass es sehr befreiend sein kann, sich von ungenutzten Dingen zu verabschieden. Herumliegende Materialien für lang geplante Groß- oder Kleinprojekte, die nie umgesetzt werden, machen einem nur ein schlechtes Gewissen. Außerdem ist es bestimmt sehr wohltuend, wenn man ausnahmsweise mal keine Schlangenlinien durch die Wohnung laufen muss, weil wieder etwas Unnötiges im Weg steht.
  • Was mich zu Punkt zwei der hoffentlich eintretenden Ergebnisse bringt: Ich will endlich Material verarbeiten und kein Dauerlager betreiben. Bei allen Staubfängern, die in mir nicht die reinste Bastelmotivation auslösen, heißt es SERVUS!
  • Der positivste Aspekt wäre dann wohl, dass ich mir mittlerweile gut vorstellen kann, wie schön es ist, nur Lieblingssachen zu haben. Sei’s im Kleiderschrank, im Badezimmer oder im Bücherregal.
  • Louis hätte weniger Sachen, die er unter die Couch wirbeln kann, um nachts um drei damit zu spielen. Natürlich gibt’s dann hoffentlich auch mehr Platz für Selbstgemachtes. Mehr Zeit dafür allemal, denn die spart man sich schon beim Suchen der nötigen Gerätschaften.

Wie ich das jetzt angehe

Meinen Kleiderschrank hab ich schon vor Monaten aussortiert.

Mit dem Ergebniss, dass das Zeug sich in Kartons weiterhin im Haus aufhält. Da ich vom Altkleidercontainer nicht’s halte, muss ich mir die Arbeit machen und alles in diverse Flohmarktportale einstellen. Ich nehme mir vor, einmal die Woche mindestens 2 Artikel hochzuladen. Was sich nicht verkaufen oder verschenken lässt, wandert dann in den Kleiderladen oder Umsonstladen. Die platzen zeitweise zwar auch aus allen Nähten und verkaufen Unbrauchbares wieder weiter, aber was soll man machen?

Genau! Nicht’s mehr einkaufen!

Zumindest nicht’s neues und wenn dann schon bitte fair gehandelt. Alles was ich jetzt kaufe, überlege ich mir drei- bis zehnmal. Passt das zu mir? Habe ich nicht schon eine Alternative und kriege ich das nicht sogar gebraucht? Shoppen soll nicht wie Fastfood sein. Kurz glücklich und dann plagen einen doch die Gewissensbisse. Wenn ich in letzer Zeit Neuanschaffungen gemacht habe, dann bei Armedangels, Grundstoff oder dem Avocadostore. Wenn du noch einen Tipp für mich hast, schreib’s mir gern in die Kommentare.

Immer zuerst erwägen es selbst zu machen.

Ich möchte endlich mehr nähen, damit ich es irgendwann gut genug kann (ohne Nervenzusammenbruch). Stoffe dazu hätte ich ja genug auf Lager. Auch bei der Haut- und Haarpflege will ich eher auf Eigenbau-Hausmittelchen setzen, als Cremes zu kaufen, die ich dann eh nicht nutze.

Nebenbei Altes aufbrauchen.

Ich besitze bestimmt 20 verschiedene Lidschatten – schattierte Augen habe ich vielleicht einmal im Monat. Bei der Wahl der Nagellackfarbe will ich mich in Zukunft mal für die weniger geliebte entscheiden. Vielleicht macht es sogar Spaß mehr zu variieren und Ungewohntes auszuprobieren.

Komm zum Schluss!

Sage ich zu mir selbst. Denn ich könnte ewig weiter meine Pläne austüfteln. Doch ich will es nicht übertreiben, das geht sonst meistens eh schief. Und, versteh mich nicht falsch, ich werde ganz sicher keine Hardcore-Minimalistin, die ihr ganzes Hab und Gut in einen Rucksack stecken kann und bei der man nur leere Wände zu Hause findet. Jedoch kann und sollte wohl jede/r sein Konsumverhalten ab und an überdenken, sich Informieren welche Umweltfolgen dieses mit sich bringt und für sich entscheiden, was einem gerade gut tut. Früher dachte ich immer, desto voller man sich die Bude stellt, desto gemütlicher. Jedoch ist diese Vorstellung vom Leben im Geschenkartikelladen wohl eher nur in Filmen schön.

Und jetzt zum wirklich allerletzten Schluss:
Liebe Verwandte, Freunde, Bekannte,
schenkt mir nicht’s mehr, wofür ich Platz brauchen könnte! 😉

Hier noch ein paar Links zum Thema, die ich dir ans Herz legen möchte:

Film über den wahren Preis von Mode: www.truecostmovie.com
Messe deinen ökologischen Fußabdruck: www.fussabdruck.de

 

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