Kinderbücherkiste in der Spielecke im Wohnzimmer

Bücherregal für’s Kind aus alter Holzkiste upcyceln

Mehr Ordnung in der Spielecke. Kurzzeitig war ich überzeugt, dass dafür ein Bücherregal nach Montessori her muss. Hier ist der Gedanke, dass alle Titel gut sichtbar sind und Kinder so mehr Lust auf den Inhalt bekommen. Außerdem sollen sich die Bücher einfach wieder aufräumen lassen. Für unsere vielen unterschiedlichen Buchformate kam mir so etwas aber dann doch etwas sperrig und unflexibel vor.

Kind holt Buch aus ihrem selbstgebauten Bücherregal

Statt also ein teures Kinder-Bücherregal zu kaufen oder bauen zu lassen, nahm ich – wie so oft – das was schon da war. Ich zog mit einer Paketschnur verschieden große Unterteilungen in eine alte Holzkiste ein. Der Holzwurm hatte schon an ihr genagt, also konnte ich nicht mehr allzu viel kaputt machen. Am Ende hat es aber ganz gut geklappt und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Das schwierigste an diesem DIY-Projekt für mich: Löcher in die Kiste zu bohren, ohne dass diese komplett ausreißen. Es braucht ein paar Tricks und ein wenig Übung, aber die verrate ich natürlich in der Anleitung. Nun fallen die Bücher nicht mehr aneinander, das Kind kann bequem eines heraus nehmen und die anderen bleiben im Regal und liegen vorerst nicht auf dem Boden davor. Fiese Stolperfalle ade. Mit dem wieder Einräumen klappt’s noch nicht so ganz, aber ich will ja nicht pingelig sein.

Ich habe für meine Bücherkiste Folgendes verwendet:

Material:

  • eine alte Holzkiste
  • Paketschnur (reißfest und nicht elastisch)
  • evtl. Beilag-, Zierscheiben oder Nieten

Praktisch:

Versiegle die Spitze der Paketschnur mit Nagellack und du wirst sie wesentlich leichter durch die Löcher fädeln können.

Werkzeug:

  • Holzbohrer (Ø 6 mm)
  • Schleifpapier (z. B. 80er und 120er)
  • Rundfeile
  • Lineal, Stift, Schere
  • Brett als Bohrunterlage

Von der Holzkiste zum Bücherregal – 
so hab ich’s gemacht:

Schritt 1: Anzeichnen und Bohren

Schön markiert und ausreichend schön gebohrt.

Als erstes ziehst du in deiner Kiste an der Vorder- und Hinterkante eine gerade Linie. Die kann auch weiter vorne bzw. hinten als bei mir hier liegen. Ich habe gemerkt, dass das Kind manchmal noch Schnur und Buch zusammen greift und dann hängen bleibt. Stehen die Bücher allerdings genau an der Vorderkante, klappt es ganz gut. Nachdem du dir also die Aufteilung deiner Bücherkiste genau überlegt hast, setzt du an die entsprechende Stelle eine Markierung auf die Linien. Gleiches gilt für die gegenüberliegende Seite.

Tipp: Aus einem Stück Karton lässt sich super eine Schablone basteln. Falls deine Abteile nicht gleich groß sind, denke bitte daran, dass du beim drehen der Kiste auch die Schablone drehen musst. (Mir müsste man so etwas sagen)

Hier wird gebohrt. Stelle die Kiste auf deine Bohrunterlage und versuche das Loch so vorsichtig wie möglich ins Holz zu bringen. Bei mir hat es geholfen, nur so weit zu bohren, bis die Spitze auf der Außenseite zu sehen war und dann nochmal von außen nach innen zu bohren. Das Ergebnis siehst du oben. Sehr fransig, aber nicht’s was die Feile nicht lösen könnte. Das hängt natürlich alles stark von der Art deiner Kiste ab. Ich habe meine einmal komplett abschleifen müssen und mit der Rundfeile jedes Loch nachpoliert. Besonders gleichmäßig sieht sie immer noch nicht aus, aber mir ist das egal und dem Holzwurm sicherlich auch.

Schritt 2: Nieten (oder Beilagscheiben) anlegen und losfädeln

Nieten in Löcher zu schubsen macht übrigens auch Kinderhänden Spaß – 
fast so viel, wie das Ausschütten der ganzen Packung.

Diese Nieten lagen bei mir schon leicht angestaubt herum und passten zufällig perfekt in die Bohrlöcher. So sehen die, zugegeben noch immer, leicht ausgefransten Löcher etwas ordentlicher aus. Es lohnt sich aber eigentlich nicht, alle Nieten vorab einzusetzen, weil du die Bücherkiste jetzt wieder drehen musst und so manche beim Fädeln wieder rausfallen wird.

Führe also die Paketschnur so durch die vorgebohrten Löcher und die jeweilige Niete, dass sich die Abteile bilden. Ich habe die Schnur zweimal von oben nach unten und über Kreuz geführt. Dadurch fallen weder große noch kleine Bücher um.

Ich habe dir im folgenden Bild aufgezeichnet, wie ich die Schnur durch die ersten vier Löcher des Bücherregals gezogen habe:

Grafik über die Schnurführung durch die Bücherkiste
Es ist ein bisschen wie beim Haus vom Nikolaus. Viele Wege führen zu einem schönen Ergebnis.

Um sich Knoten zu sparen, musst du entweder vorab ausrechnen, wie viel Schnur du für deine Bücherkiste brauchst oder du ziehst sie immer wieder aus dem Knäuel nach.

Egal für welche Variante du dich entscheidest, du musst den Faden nicht sofort auf maximale Spannung ziehen. Das machst du ganz zum Schluss. Knote den Faden beim ersten Loch fest, ziehe alles stramm und verknote das Ende wiederum am letzten Loch.

Öse und Schnur werden in die Bücherkiste gesteckt
Die Ösen hängen währenddessen einfach irgendwo, Hauptsache richtig herum.

Links: Zu später Stunde habe ich mich verflucht, dass ich die Fadenlänge nicht ausgerechnet hatte und wurde deswegen auch noch vom (nur zum Schein im Hintergrund schlafenden) Kater sabotiert.

Rechts: Endlich fertig.

Detailbild Bücherregal Oberseite
Hier die von mir gewählte Oberseite des Bücherregals mit Fokus auf die schlimmste Stelle in Sachen Splittern. Wenn man es nicht weiß…

In zwei Bücherkisten finden jetzt alle Lieblingsbücher Platz und können direkt vor Ort angeschaut werden.

Schalplattten-Aufbewahrung aus alter  Holzkiste
…und wenn irgendwann doch ein anderes Bücherregal gewünscht wird – und der Holzwurm nicht schneller war – wird eben die Plattensammlung in den Kisten verstaut.

Je nach Größe kann man die Kiste auch nach oben offen hinstellen und die Bücher an den Schnüren anlehnen. So sieht man dann auch wieder mehr vom Cover. Funktioniert aber leider nur bei gleich großen Büchern und ist auch wieder eine Frage des Platzes.

So. Die Bücher haben ihren Platz und so herrscht wenigstens gefühlt mehr Ordnung. Das reicht mir schon.

Viel Spaß beim Nachbauen! Caro

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