DIY: Die Kastenform – der AnfängerInnen-Strickpullover

Gerade gestrickter Pullover mit engem Ausschnitt

Strickanleitung für einen super einfachen Pullover, der umso einfacher variiert werden kann.

Dunkelblauer Strickpullover aus Baumwolle gestrickt
Blau, blau, blau sind fast alle meine Kleider und passend dazu nun auch dieser Pulli.

Ich liebe ja kantige Pullover mit engem Ausschnitt und da sich das Strickmuster so einfach in anderen Farben und Techniken umsetzen lässt, wird’s bestimmt nicht der letzte selbst gestrickte in meinem Kleiderschrank bleiben. Noch dazu lässt sich das Projekt gut mit Baumwollgarn umsetzen, weil es egal ist, wenn die Baumwolle noch einen Tick ausleiert. Mit Baumwolle hat man ein Kleidungsstück, dass an lauen Sommernächsten nicht zu warm ist und im Winter, mit der passenden Extralage, noch genügend wärmt. Damit du dir auch so einen Ganzjahres-Pullover stricken kannst, habe ich dir meine Schritte hier notiert. Die Anleitung ist total simpel, ohne komplizierte Techniken. Das heißt zwar auch, dass du am Ende etwas mehr Näharbeit hast, andererseits ist es so ein ideales „Beim Stricken nicht nachdenken müssen“-Projekt. Eigentlich musst du nur rechte und linke Maschen beherrschen, an den entscheidenden Partien zunehmen und richtig abketten – aber da erkläre ich dir dann an der entsprechenden Stelle wie das geht.

Saumdetail: Gestrickter Pullover aus Baumwolle
Ich trage die meisten Oberteile sowieso in den Bund gesteckt und nicht offen. Hier habe ich die Länge so gewählt, dass beides gut aussieht.

Material:

  • 5 Knäuel Baumwoll-Garn, Lauflänge 212 m / 100 g, hier: The Cotton von we are knitters
  • Stricknadeln, 5 mm
    Rundstricknadel + Nadelspiel
  • Sicherheitsnadeln
  • Stopfnadel und Schere

Maschenprobe:

10 x 10 cm erhältst du lt. Banderole mit: 17 Maschen und 22 Reihen;
lt. meiner Arbeit, nach dem Waschen: 16 Maschen und 23 Reihen

Die Strickschritte: Vorder- und Rückenteil, der Halsausschnitt und zwei Ärmel

Ob du nun mit der Vorder- oder Rückseite beginnst, bleibt dir überlassen. Sie sind nämlich ohnehin identisch. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Ärmel, aber das sollte ja klar sein.

Pulloverteile als Plan-Zeichnung mit Maschenangaben zu den Anfangs- und Endreihen
Detailansicht Ärmelbündchen
Rippenmuster am Ärmelbündchen…
Detailansicht des Bündchens am Saum
…und Rippenmuster am Saum.

Beginne von vorne: Das Vorderteil:

Es wird in Reihen hin- und her gearbeitet. Die Randmasche entspricht immer dem Muster.

Schlage mit deiner Rundstricknadel 95 Maschen an. Stricke für den Saum die ersten 4 Reihen im Rippenmuster. Das heißt du strickst für die erste Reihe 1 Masche rechts, 1 Masche links bis zum Ende der Reihe im Wechsel. In der Rückreihe strickst du dann abwechselnd 1 Masche links, 1 Masche rechts usw.

Ab Reihe 5 wird glatt rechts gestrickt. Dafür strickst du in den Hinreihen nur rechte Maschen und in den Rückreihen nur linke. Ich habe das ganze Späßchen 126 Reihen wiederholt, um dann in der 127. Reihe die rechten Maschen locker abzuketten.

Richtig abketten: Für den Halsausschnitt ist es wichtig, besonders elastisch abzumaschen. Dafür empfehle ich folgende Technik: Stricke die ersten 2 Maschen wie gewohnt rechts. Dann führst du die linke Nadel in diese soeben abgestrickten Maschen. Mit der rechten Stricknadel kannst du nun die beiden Maschen rechts verschränkt zusammenstricken. Stricke wieder eine rechte Masche und wiederhole den Vorgang mit den zwei neuen Maschen, die nun wieder auf deiner rechten Nadel liegen.

Schneide den Arbeitsfaden ab und ziehe ihn durch die letzte Schlaufe. Lass den Endfaden ruhig etwas länger, dann kannst du damit später die Schulternaht schließen.

Stricke nun das Vorderteil einfach nochmal, und schon hat dein Pullover auch ein Rückenteil.

Passend für deinen Kopf: Der Halsausschnitt:

Nähfaule stricken zuerst die Ärmel. ;)

Zähle an der Oberkante des Vorder- und Rückenteils von beiden Seiten ca. 31 Maschen ab. An dieser Stelle heftest du die beiden Teile mit einer Sicherheitsnadel zusammen. Probiere den Pullover über den Kopf zu streifen. Ist dir der Ausschnitt zu eng, versetzt du die Nadeln gleichmäßig und probierst weiter. Wenn du die richtige Größe für dich gefunden hast, schließt du die Schulternähte bis dorthin – mit der Nähnadel, schön sauber, z.B. mit dem Matratzenstich, oder mit einer Häkelnadel. Ich habe mich für zweiteres entschieden und einfach alle Maschen mit Kettmaschen verbunden. Das ergibt zwar eine dicke Wulst, aber ich finde, dass das an der Schulter eigentlich ganz gut aussieht. Außerdem geht es viel schneller. Ein bisschen weiter unten gibt’s ein Detailfoto davon zu sehen.

Die Maschen, die für den Halsausschnitt übrig geblieben sind, nimmst du nun mit der Rundstricknadel oder dem Nadelspiel auf und strickst 3 Runden in Rippen. In der 4. Runde kettest du die Maschen wieder elastisch ab. Achte darauf, dass du in diesem Fall die links erscheinenden Maschen auch beim Abketten links strickst.

Die Ärmel:

Pullover-Detail. Hochgekrempelte Ärmel
Die Ärmel habe ich recht lang gehalten – ich kremple dann zur Not lieber.

Wie gesagt, mag ich lieber zu lange als zu kurze Ärmel. Beziehungsweise hängt das ja auch von deiner Armlänge ab. Wenn du da andere Präferenzen hast, ist es ganz einfach am Ende der Ärmel-Runden einige Runden zu unterschlagen. Auch hier hilft es, das Gestrickte zwischendurch mal anzuprobieren.

Beide Ärmel werden mit dem Nadelspiel über vier Nadeln gestrickt. Schlage 32 Maschen an und schließe sie zur Runde.

Die ersten 4. Runden werden – wie schon beim Vorder- und Rückenteil – im Rippenmuster gestrickt.

In Runde 5 – 6 werden alle Maschen rechts gestrickt.

In Runde 7 nimmst du 4 Maschen zu. Dafür holst du bei jeder deiner vier Nadeln den Querfaden zwischen der 1. und 2. Masche mit der linken Stricknadel nach oben und strickst ihn rechts verschränkt ab. Durch das Verschränken entstehen keine Lücken durch die Zunahmen.

Diese gleichmäßigen Zunahmen wiederholst du in den Runden 10 und 15.
Die Runden dazwischen werden rechts ohne Zunahmen gestrickt.

Danach wird langsamer zugenommen.

Runde 22: Nimm 2 Maschen zu, indem du den Querfaden am Anfang der 1. Nadel und am Ende der 4. Nadel nach oben holst und abstrickst.

In den Runden 31, 42, 55, 70, 87, 96, 107 und 120 nimmst du auf die gleiche Weise jeweils 2 Maschen zu.

Der ganze Rest wird bis zur 133. Runde rechts gestrickt. In der 134. Runde kettest du alle Maschen ab.

Detailfoto zur zusammengehäkelten Schulternaht des Pullovers.
Na, die Schulternaht sieht doch wirklich aufwendig aus.
Rückenansicht des handgestrickten Pullovers
Von hinten, wie von vorne.
Kuschlig lange Ärmel.

Fertigstellung des Pullovers – ein paar Nähte und schon kannst du dein Werk anziehen.

Die Schulternaht solltest du ja mit dem Stricken des Halsausschnittes schon erledigt haben. Nähe nun also die Ärmel an die Vorder- und Rückseite. Platziere dabei die zugenommenen Maschen so, dass sie unter den Achseln verschwinden. So fallen die eh schon unscheinbaren Maschen noch weniger auf. Pinne am besten vorerst alles mit Sicherheitsnadeln fest und nähe dann die Strickteile mit deinem Baumwollgarn zusammen. So ersparst du dir das Auftrennen, wenn die Naht aus Versehen verrutschen sollte.

Nachdem beide Ärmel dran sind, nähst du die Seitennähte von der Achsel bis zum Saum zusammen.

Alle anderen übrig gebliebenen Fäden verfädelst du möglichst unsichtbar im Gestrick und schneidest sie dann ab.

Strickpullover von vorne.
Hier der Pulli in voller Pracht und Länge von vorne.

Gewaschen habe ich den fertigen Pullover bei 30° C in der Maschine. Danach habe ich ihn auf den Wäscheständer gelegt, noch etwas in Form gezupft und liegen lassen. Auch die Ärmel sollten nicht nach unten hängen, sonst wächst da gerne noch etwas, was nicht wachsen soll.

Der Strickpullover mit gehäkelter Schulternaht.
…und nochmal die schicke Schulternaht.

Irgendwann möchte ich den Pullover noch mit Streifen und/oder im Perlmuster stricken. Aber vorher warten noch viele andere Projekte auf mich. Vielleicht bist du ja schneller als ich!
Caro

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