DIY: Schraubglas mit aufgesetztem Häkel-Nähkissen

gehäkeltes Nadelkissen auf einem Schraubglas festgenäht

Damit ist Schluss mit herumfliegenden Nadeln und Krimskrams.

gehäkeltes Nähkissen auf einem Schraubglas montiert

Alle Nadeln sind an einem Ort verstaut – jetzt muss ich nur noch alle restlichen im Haus finden und aufstecken.

Bisher hatte ich 3 Korkuntersetzer auf meinem Schreibtisch stehen. Einen für eine Tasse, einen für die Teekanne und einen tatsächlich für Steck- und Nähnadeln. Was zur Folge hatte, das gegen Ende alle Nadeln gleichmäßig verteilt waren und ich nicht einmal mehr eine Tasse vernünftig abstellen konnte. Dazu blieben die Nadeln auch nicht richtig stecken und wurden ab und an von Katzenpfötchen abgemäht. Andere Nähutensilien lagen natürlich auch immer dort, wo sie nicht hingehörten. Mit meinem neuen Aufbewahrungsglas, inklusive Nähkissen auf dem Deckel, ist diese Unordnung nun endgültig vorbei. Wie ich das Donut-ähnliche Kissen gehäkelt habe und wie es auf dem Glasdeckel landete, erzähle ich dir weiter unten:

Material:

  • Wollreste aus Baumwolle in zwei (oder drei) Farben
  • Eine passende Häkelnadel zur Wolle
    (Ich habe eine Nummer kleiner genommen, als auf dem Garn angegeben war, damit die Maschen schön dicht sind.)
  • Füllwatte
  • Ein hübsches Schraubglas
  • Knopf
  • Stopfnadel
  • Stift, Nagel und Hammer
    (Nagel und Stopfnadel sowie die Knopflöcher müssen in der Größe zusammen passen.)
  • eine Unterlage, z. B. ein Holzbrett
  • Schere

So häkelst du das Nähkissen inklusive Schmuck-Bordüre:

Ober- und Unterseite des Kissens bestehen aus zwei unterschiedlich hohen, runden Schälchen und sind für alte Häkel-Hasen keine große Kunst, aber auch für Anfänger ganz leicht umzusetzen.

Es wird in Spiralen gehäkelt, ohne Anfangs- und Endmasche. Um nicht ständig mitzählen zu müssen, empfiehlt es sich die Anfangsmasche in jeder Runde mit einem Faden zu markieren.

Zu Beginn schlägst du einen einfachen Fadenring an. In diesen Ring häkelst du 6 feste Maschen. In den folgenden Runden nimmst du in gleichmäßigen Abständen immer 6 Maschen zu. In der zweiten Runde verdoppelst du also erstmal alle Maschen der Vorrunde und kommst dann auf 12 Maschen in der Runde. Folgend arbeitest du dann 2 feste Maschen, 1 Zunahme und wiederholst das Ganze bis zum Ende der Runde, sodass du 18 Maschen zählen kannst. In den nächsten Runden werden 3 feste Maschen + 1 Zunahme, dann 4 feste Maschen + 1 Zunahme, 5 feste Maschen + 1 Zunahme… usw. gehäkelt. Ich denke das Prinzip dahinter ist klar.

Auf diese Weise entsteht eine flache Scheibe, die irgendwann so groß wie der Deckel deines Glases sein sollte. Wenn es soweit ist, kannst du aufhören zuzunehmen. Für die Oberseite des Nähkissens arbeitest du dann noch 4 Runden weiter feste Maschen, für die Unterseite genügen 2 Runden.

Beende die Ober- und Unterseite jeweils mit einer flachen Kettmasche. Schneide den Faden ab und ziehe ihn durch die Masche.

Aus zwei gehäkelten Kreisen wird ein Aufbewahrungsort für Nähnadeln

Die zwei Hälften rollen sich automatisch in eine Richtung. Drehe sie in die, die dir besser gefällt.

Nun werden die beiden Seiten aneinander gehäkelt und zum Kissen geschlossen. So gut wie alle Fäden kannst du dabei gleich nach innen packen und sparst dir damit das Vernähen. Die Bordüre sieht am besten in einer Kontrastfarbe aus. Nimm also die beiden Häkelstücke, lege sie links auf links aufeinander und zieh das Garn in der anderen Farbe ein. Dann arbeitest du rundherum jeweils in die Randmaschen der beiden Schälchen folgendes Muster: 2 feste Maschen und in die nächste Masche 1 feste Masche, 3 Luftmaschen und eine weitere feste Masche in die selbe Masche. Wiederhole diese Abfolge bis zum Schluss.

Kurz bevor du mit der Umrandung fertig bist, füllst du dein Kissen mit Watte. Es sollte schön prall sein, aber noch Platz für den Knopf bieten. Arbeite den Rest der Bordüre, schneide den Faden ab und vernähe alle restlichen Fäden.

Kissen wird mit Füllwatte gefüllt und umhäkelt

Ich halte die Watte immer mit dem Mittelfinger fest, sonst verheddert sie sich in der Häkelnadel.

So kommt das Nähkissen auf den Blechdeckel:

Um das fertig gehäkelte Kissen befestigen zu können, brauchst du zu allererst genauso viel Löcher im Deckel wie dein Knopf hat. Dafür legst du deinen Knopf auf die Innenseite des Deckels und markierst die Löcher mit einem Stift. Es muss nicht perfekt sein. Dann nimmst du dir Hammer und Nagel und schlägst auf einer stabilen Unterlage die Löcher durch den Deckel.

Jetzt sollte es ein Leichtes sein, das Kissen mit Hilfe von Nadel und Faden aufzunähen.

das Häkel-Nähkissen wird auf einen Blechdeckel genäht

Desto genauer du die Löcher platziert hast, desto leichter tust du dir beim nähen.

Naja ein bisschen Anstrengung erfordert es schon, denn um den Knopf ordentlich einsinken zu lassen, musst du ihn ganz schön fest an den Deckel pressen.

Der Knopf wird tief ins Nähkissen gedrückt

Vier Stichpaare und ein stetig fester Griff sollten das Kissen ausreichend fixieren.

Das war’s auch schon. Jetzt kannst du deine Stecknadeln suchen und wild auf dem Kissen verteilen – oder sortiert, je nachdem.

Fertig ist das runde Ding.

Schraubglas als Nähzeugs-Aufbewahrung, inkl. aufgenähtem Häkel-Nadelkissen

Im Glas ist jetzt das Maßband, der Fadentrenner und diverse Spulen eingezogen.

Nahaufnahme des gehäkeltem Nadelkissen.

Das sind noch nicht alle Nadeln, aber ich bin mir sicher, dass sie alle einen Platz finden werden.

Der Traum vom aufgeräumten Tisch ist ein Stück näher gekommen.
Viel Spaß beim Nachhäkeln! Unterschrift Caro

2 Kommentare

  1. Jaaaaa! Auf so eine Lösung hab ich gewartet! Momentan arbeite ich nämlich mit einem Magnetnadelkissen (ich liebe es!) und einer Schale für Krimskrams. Dass das zwei seperate Teile sind, find ich auf meinem kleinen Küchentisch (hüstl, äh Nähtisch) nicht so prickelnd. Danke für die Anleitung! Hab ich mir gleich mal abgespeichert 😉

    LG, Daniela

    • haha, schön, dass ich dich inspirieren konnte. Dein Magnetkissen lässt sich ja vielleicht sogar ganz einfach mit einem Glas kombinieren. Ich hab mir heute meinen ganz eigenen Nähtisch hergerichtet (Bild davon gibt’s auf instagram). Wenn ich für die Maschine immer erst einen Platz finden muss, wird das nie was 😀

      Schöne Grüße
      Caro

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