Rezept: Nudelsalat mit Gartenkräuter-Taboulé

Giersch-Taboulé mit Nudeln und Löwenzahn

ca. 55 Minuten + Zieh- und Einweichzeit.

Vollkorn-Spiralen, Couscous, Giersch, Löwenzahn… als ich nicht aufhören konnte, Zutaten in den Salat zu werfen.

Ach ja, das liebe Unkraut. Auch dieses Jahr bin ich nicht drum herumgekommen eine ordentliche Portion in der Küche zu verarbeiten. Der Giersch fühlt sich davon provoziert – zumindest kommt er mir heuer noch üppiger vor, als noch beim Pesto-Rezept im letzten Jahr. Aber egal, damit muss ich leben. Geschmacklich kann man ihn mit Petersilie vergleichen, wobei mir persönlich der Giersch besser schmeckt. Genau deswegen liegt der Gedanke nahe, das Wildkraut zu Taboulé zu verarbeiten, was in der syrischen Küche aus Couscous und Petersilie zubereitet wird. Nudeln bräuchte es im Salat somit eigentlich gar nicht, aber mit ihnen habe ich angefangen und die restlichen Zutaten sind mir erst im Nachhinein eingefallen.

Zutaten:

Wildkräuter am besten frisch sammeln. Giersch findet sich eigentlich in jedem Garten – meist ungewollt – ich habe ihn aber auch schon am Donauufer gesichtet. Die Blätter können ganz unterschiedlich gefächert sein, eindeutig ist aber der dreieckige Stil. Ernten sollte man die Giersch-Blätter vor der Blüte, weil sie dann einfach besser schmecken. Bei mir blühen jetzt schon die ersten Pflanzen, aber würde ich diese abreissen, könnte ich innerhalb der nächsten zwei Wochen wieder frische Blätter ernten. Löwenzahn ist vermutlich noch verbreiteter, hier habe ich mir vor allem junge, kleine Blätter für den Salat ausgesucht. Gänseblümchen geben dem Ganzen eine sommerliche Optik, welken aber recht schnell. Zu guter Letzt habe ich noch ein paar Stängel Gundermann im Taboulé verarbeitet. Dieser wächst bei mir im Garten dort wo der Giersch noch nicht angelangt ist.

Wenn du vorher noch nie mit Wildkräutern gekocht hast, informiere dich bitte vorher umfassend über das Aussehen der Pflanzen, ehe du dir den Magen verdirbst oder der Salat ungenießbar wird.

Wildkräuter-Zutaten für das Giersch-Tabouleh

Links der Giersch, daneben Löwenzahnblätter als Ruccola-Ersatz, Gänseblümchen für etwas Süße und die Optik. Unten rechts: Gundermann, er schmeckt herrlich würzig

Für 4 Portionen, oder eine handliche Mitbring-Menge beim nächsten Grillfest brauchst du:

  • 300 g Vollkorn-Nudeln
  • 100 g Couscous
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Zwiebel
  • 100 g trockene Tomaten
  • 100 g Giersch (ohne Stängel)
  • 7 kleine Gundermann-Stängel
  • 1 Handvoll Löwenzahnblätter
  • Gänseblümchen

Keine Wildnis weit und breit? Ersetz‘ den Giersch durch Petersilie, den Gundermann durch Minze und den Löwenzahn durch Rucola. 

Für das Dressing:

  • 1 gestr. EL scharfer Senf
  • 2 gestr. EL Sesamkörner
  • 3 EL Balsamico-Essig
  • 1 EL Salz
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle – viel 😉
  • Walnüsse als Topping

Vorbereitung:

Wenn du getrocknete Tomaten verwendest, die nicht in Öl eingelegt sind, musst du diese vorher ungefähr eine Stunde in Wasser einweichen.

Zubereitung:

Stelle zuerst die Nudeln auf den Herd und koche sie etwas bissfester als sonst, da sie im Salat sowieso noch etwas weicher werden. Gib den Couscous in eine große Salatschüssel, träufle den Saft der Zitrone darüber und füge ca. 100 ml Wasser hinzu. Das Wasser muss nicht heiß sein, die Couscous-Körner werden auch im kalten Wasser weich. (Danke Sarah, für den Tipp!)

Während Nudeln und Couscous fertig werden, ist viel Schnippel-Arbeit angesagt. Den Giersch hackst du relativ fein. Das geht am schnellsten, wenn du die Blätter anhäufst und etwas zusammen rollst. Den Gundermann hackst du noch feiner, damit sein Aroma auch überall im Salat ankommt. Beim Löwenzahn entfernst du lediglich die langen Enden, die stören beim Essen. Die Tomaten habe ich halbiert und gedrittelt und die Zwiebel fein gewürfelt. Wenn du rohe Zwiebeln im Salat zu intensiv findest oder nicht gut verträgst, kannst du sie auch kurz in einer Pfanne anschwitzen – oder du verwendest rote Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln, die sind von Natur aus milder. Wenn du alle Zutaten zerkleinert hast, gibst du sie mit den fertigen, kalt abgeschreckten Nudeln in die Salatschüssel.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch das Dressing: Dafür vermischst du alle Dressing-Zutaten mit 50 ml Wasser kräftig in einer kleinen Schüssel oder einem Schraubglas und gießt es dann über den Salat. Danach habe ich den fertigen Salat etwas durchziehen lassen, was aber nicht unbedingt nötig ist, falls du es nicht mehr abwarten kannst. Vor dem Servieren ergänzt du noch Gänseblümchen und Walnüsse und schon kann’s mit dem Verspeisen losgehen.

 

Nudelsalat mit Wildkräuter, unter anderem Löwenzahn

Hier hat sich noch zusätzlich eine einzelne Löwenzahnblüte verirrt – die schmecken total süß, schließen sich aber leider recht schnell und sind zu dieser Jahreszeit größtenteils schon Pusteblumen.

Viel Spaß beim Blümchen zupfen, aber lass‘ noch etwas für die Bienen übrig.

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