Dicker gesprenkelter Strickschal im Detail

Konfettiflausch: Dicken Schal mit schrägen Zöpfen stricken

Garnstränge mit Sprenkeln lösen bei mir immer ein sofortiges Habenwollen aus. Meistens kann ich mich dann aber doch beherrschen, weil mir die Sprenkel zu wild und bunt sind oder eben einfach nur als Wollknäuel gut aussehen und verstrickt so gar nicht meinen Geschmack treffen. Dieser Schal ist wild und bunt und auch noch aus wahnsinnig dicker Wolle, trotzdem liebe ich ihn sehr und hatte viel Freude daran ihn zu stricken.

Caro mit dem Strickschal über der Nase, denn so sieht man das Muster besonders gut.

Mit 15mm-Stricknadeln ist das Konfettiflauschspektakel schnell erledigt – wobei ich mit solch dicken Nadeln nie lange stricken kann. Für einen gemütlichen Serienabend mit dem Partner auf der Couch eignet sich das Projekt auch nicht, weil man dem Mann höchstwahrscheinlich ein Auge aussticht. Egal, trotzdem kommt man schnell voran. Und das Ganze hätte noch viel schneller fertig werden können, wenn es mich nicht so wahnsinnig gestört hätte, dass sich die Ränder einrollen. Bei glatt rechts Gestricktem ist das unvermeidbar. Da hilft der dezente Musterbruch auch nichts. Man hätte die Randmaschen im Perlmuster stricken können, aber das gefiel mir nicht. Also habe ich am Ende den Rand per Hand mit Nadel und Faden umgenäht, was ich in dieser Anleitung auch erkläre. Die Draußen-Fotos sind vor der Naht entstanden, aber auf den letzten Fotos kannst du sehen, wie es danach aussieht. Es hat sich wirklich gelohnt.

Nun zur Strickanleitung:

Ich will dir das Anfangs- und Endbündchen erklären, das Muster dazwischen und dir zeigen, wie ich den Rollrand gezähmt habe.

Zuvor ein paar Infos:

Material:

  • 2 Knäuel Wolle, we are knitters The Wool, The Hand Painted Sprinkle, Lauflänge 80 m/ca. 200 g
  • 2 Stricknadeln*, 15 mm
  • Weißer Zwirn
  • Nähnadel
  • Häkel- oder Stopfnadel zum Vernähen
  • Schere

*Oder eine Rundstricknadel um das Verletzungsrisiko des Nebensitzenden zu reduzieren.

Maschenprobe:

Laut der Banderole: 6 Maschen und 8 Reihen = 10 x 10 cm, glatt rechts.

Größe:

Mein Schal ist 23 cm breit und 193 cm lang geworden.

Techniken:

rechte Maschen / linke Maschen / Kettrand / Maschen vertauschen / rechts zunehmen / links abnehmen / Matratzenstich

An die dicken Nadeln, jetzt wird ein Schal gestrickt!

Die Randmaschen:

Beim Kettrand arbeitest du die äußeren Maschen folgendermaßen: Die erste Masche der Reihe wird immer rechts verschränkt gearbeitet, die letzte Masche wird, wie zum Linksstricken, abgehoben.

Peinlich: Ich stricke meistens einen Knötchenrand, deswegen muss ich wirklich jedes Mal bei Lisa nachsehen wie der Kettrand geht.

Das Anfangsbündchen:

Schlage 17 Maschen an und stricke dann über 7 Reihen in 1er-Rippen.

Das heißt:
Ungerade Reihen: Randmasche, 1 Masche links / 1 Masche rechts im Wechsel bis zur vorletzten Masche der Reihe, Randmasche
Gerade Reihen: Randmasche, 1 Masche rechts / 1 Masche links im Wechsel bis zur vorletzten Masche der Reihe, Randmasche

8. Reihe: Stricke alle Maschen rechts und nimm jeweils am äußersten Rand eine Masche zu. Ob du das aus dem Querfaden machst oder eine andere Technik bevorzugst, ist relativ egal.

Hauptsache du hast jetzt 19 Maschen und kannst mit dem eigentlichen Schalmuster beginnen.

Das Hauptmuster des Schals: Diagonal gestrickte Zöpfe

Stricke die Randmasche und lasse die nächste Masche vorsichtig von der Nadel gleiten. Parke die Maschenschlaufe auf deinem Daumen oder einer Hilfsnadel. Stricke die nächste Masche links ab. Nun setzt du die Schlaufe wieder auf die linke Nadel und strickst sie rechts ab. Die restliche Reihe wird links gestrickt. (Ich erwähne die Randmaschen ab jetzt nicht mehr.)

In der Rückreihe strickst du bis zu den beiden Maschen, die vertauscht werden müssen, rechts.

Die zwei Finger deuten auf die zu vertauschenden Strickmaschen
Hier die beiden zu vertauschenden Kandidatinnen in der ersten Rückreihe des Musters.

Lass’ die erste, rechts erscheinende Masche von der Nadel gleiten. Halte sie fest, stricke die nächste Masche links und hebe die wartende Masche wieder auf die linke Nadel. Stricke sie rechts und beende die Reihe.

Eine Strickmasche wird auf dem Daumen abgelegt
Und so sieht das während des Tausches aus. Die wartende Masche liegt auf dem Daumen, die nächste wird derweil links abgestrickt.
Die Masche wird zurück auf die Stricknadel gehoben
Dann wird die Schlaufe wieder auf die Nadel gesetzt und rechts gestrickt.
Ansicht des Schalmusters nachdem die ersten Reihen gestrickt sind.
So sieht das schräge Zöpfchen in der zweiten Hinreihe aus. Die rechts erscheinende Zopf-Masche wird dann wieder auf dem Daumen abgelegt und so mit der darauf folgenden Masche vertauscht.

Und so geht es munter weiter. Die Masche, die den kleinen Zopf bildet, wandert in jeder Reihe ein bisschen weiter, bis sie am linken Rand angekommen ist. Bevor es soweit ist, kannst du aber schon mit dem nächsten Zopf beginnen.

Ansicht des vollendeten Musterrapports
Ich habe immer nach 12 Reihen einen neuen Zopf begonnen.
Ansicht der letzten Masche des diagonalen Strick-Zopfs
Ist die Zopf-Masche an der vorletzten Stelle angekommen, wird sie einfach links gestrickt. Du musst sie nicht mit der Randmasche vertauschen.

Nach 13 Diagonalen ging mir so langsam die Wolle aus, weswegen ich den Musterteil des Schals für beendet erklärt habe. Gut Entscheidung, mir blieb nämlich wirklich nur kleiner Rest übrig.

Das Endbündchen:

Ist die letzte Diagonale fertig gestrickt, folgt eine letzte Reihe linker Maschen, in der du die zwei Maschen die jeweils neben den Randmaschen liegen, links zusammenstrickst. Nun hast du wieder so viele Maschen auf den Nadeln wie zu Anfang.

Stricke erneut 7 Reihen in 1er-Rippen. Starte in der ersten Bündchenreihe nach der Randmasche mit einer rechten Masche, damit das Muster mit dem Anfangsbündchen übereinstimmt. In der 7. Reihe kettest du die Maschen gleich ab und hast somit dein Werk von einem Schal vollendet. Also theoretisch…

Fotos im Schnee mit noch deutlichem Rollrand und einem unmotivierten Kater.

Das Problem mit dem Einrollen bei einem glatt rechts gestrickten Schal…

…habe ich mit einer Fleißaufgabe gelöst. Denn nicht einmal das zweimalige Spannen des nassen Schals, konnte gegen den Rollrand etwas ausrichten. Also habe ich die Randmaschen an eine Masche auf der Rückseite genäht. Das bewirkt zwar keine Wunder, aber es sieht wesentlich besser aus und das Muster ist deutlicher zu sehen. Die Bündchen habe ich nicht umgenäht, die rollen ja auch nicht.

Matratzenstich am Rollrand
Die Naht beginnt am äußeren Beinchen der Randmasche, überspringt zwei Maschenschlaufen und landet im rechten Beinchen der letzten Rückreihen-Masche.

Wenn du den Faden durch die Schlaufen gefädelt hast und anziehst, sollten zwei Maschenbeinchen eingeschlossen sein und vom Zwirn sollte auch nicht mehr allzu viel zu sehen sein. Es reicht nur den Mittelteil der Schlaufen mit einem Nadelstich zu versehen.

Ansicht des umgenähten Rollrands beim glatt rechts gestrickten Schal
Am Ende einer Maschenschlaufe stichst du die Nadel durch die Wolle bis zur nächsten Randmasche. So bleibt der Faden unsichtbar.

Würdest du einfach bis zum Rand der Schlaufen weiter im Matratzenstich arbeiten, könnten die Schlaufen nicht mehr eng genug zusammengezogen werden um den Faden zu verstecken. Probier’ da gerne mal etwas rum, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist. Der Faden lässt sich einfach wieder herausziehen und dich neu anfangen.

Praktisch: Der Faden lässt sich normalerweise auch gut durch den kompletten Schal ziehen. Du kannst also mit einem kurzen Faden beginnen und ihn bei Bedarf einfach länger ziehen. Dadurch sparst du dir Knoten auf der Strecke und nervigen Faden-Salat.

Über den Stuhl gelegt, liegt der Schal wie gebügelt. Getragen rollt sich der Rand zwar immer noch, aber nie ganz und der Kragen steht perfekt für einen hohen Kuschelfaktor.

Der umgenähte Rollrand nochmal im Detail.

Dann hoffe ich mal, nur insgeheim, das der April noch weiterhin so kalt bleibt und ich die Nase noch etwas länger mit diesem Sprenkel-Schmuckstück wärmen kann. Für Sommerprojekte bin ich aber genauso bereit.
Bis dann, Caro

Teile diesen Artikel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.